PRE-PRODUCTION AS DISCOVERY

14.09. – 18.09.2026
vor Ort
Max. 12 Teilnehmende
Fee: 800€
BEWERBUNGSSCHLUSS: 15. JULI 2026

In den meisten Filmproduktionen kommt das Sounddesign erst ganz zum Schluss. Werkzeuge für kreative Skizzen werden, wenn überhaupt, erst mitten im Produktionsprozess eingesetzt – oder gar nicht. Dieser Workshop integriert sie von Anfang an und ermutigt die Teilnehmenden, mit ihren eigenen Materialien zu arbeiten und sich dabei die Möglichkeiten von KI zu erschließen.

Fünf Tage lang arbeiten sich die Teilnehmenden durch die Vorproduktionsphase ihres Films – nicht indem sie Treatments schreiben oder Drehbücher analysieren, sondern indem sie audiovisuelle Inhalten in Echtzeit generieren. Mithilfe von kreativem Sounddesign, node-based Live-AI-Visualisierungen in TouchDesigner sowie der virtuellen LED-Bühne und den Schnittplätzen des HFF erstellen die Teilnehmenden erste sensorische Skizzen ihres Films, noch bevor eine einzige Drehbuchzeile existiert.

Der Prozess ist kollaborativ und experimentell. Die Teilnehmenden generieren Bilder und Tonmaterial parallel und erforschen die sensorische Skizze als Ort der Auseinandersetzung und nicht als proof of concept.

Neben der praktischen Arbeit werden die Teilnehmenden dazu angeregt, sich mit den tatsächlichen Kosten generativer KI auseinanderzusetzen – in praktischer, konzeptioneller und ethischer Hinsicht. Indem sie sich mit den Grundprinzipien der visuellen Programmierung beschäftigen, erhalten die Teilnehmenden schrittweise Einblicke in die Blackboxes von KI-Systemen: Sie verstehen, wie diese Inhalte generieren, was in diesem Prozess verborgen liegt und was es bedeutet, diese Werkzeuge in der künstlerischen Praxis einzusetzen.

Anhand der Werke von Filmemachern wie Richard Linklater und Klangkünstlern wie Holly Herndon, die KI in ihre kreativen Prozesse integrieren, erkunden die Teilnehmenden, was es heißt, KI in die künstlerische Gestaltung einzubinden und mit eigenen kreativen Datensätzen zu arbeiten.

Der Workshop ist für alle offen. Vorkenntnisse im Umgang mit KI-Werkzeugen oder technischer Software sind nicht erforderlich.

Tools & Technology
Bereitgestellt von HFF:

  • Virtuelle LED-Production-Stage
  • Schnittplätze
  • Node-basiertes Live-AI-Visualisierungssystem (TouchDesigner)

Teilnehmende bringen mit:

  • Einen Laptop (Mac oder PC), auf dem TouchDesigner laufen kann
  • Kopfhörer
  • Ein Zoom-Recorder oder Handy für Außenaufnahmen und Dreharbeiten

Teilnehmende erhalten:

  • Eine audiovisuelle Skizze – das sensorische Preproduction-Dokument für einen Film
  • Praktische Erfahrung mit Echtzeit-KI-Visualisierungssystemen und kreativem Sounddesign
  • Kritische Evaluation zum Einsatz generativer KI in kreativen Arbeiten
  • Verständnis dafür, wie die Umkehr konventioneller Produktionsprozesse unerwartete kreative Möglichkeiten eröffnet
  • Direkte Erfahrung mit kollaborativem, prozessorientiertem Filmemachen über verschiedene Disziplinen hinweg

Bewerbungsunterlagen (englisch):
1. Lebenslauf mit Filmografie (wenn vorhanden)
2. Motivationsschreiben (halbe Seite)


WORKSHOP LEADERS

Kathryn Fischer

Kathryn Fischer

Kathryn Fischer (they/them) – Künstlername Mad Kate – ist eine in Berlin lebende Produzentperson von elektronischer Musik und Regieperson mit mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrung an der Schnittstelle von experimentellem Klang, Bewegung und interdisziplinärer Kunst. Fischer ist eine versierte Sounddesignperson für Film und Theater und seinihre Performance-Arbeiten unter anderem an der Volksbühne Berlin und am Maxim-Gorki-Theater präsentiert wurden. Seinihre aktuelle Forschungsarbeit mit HYENAZ, „Foreign Bodies“, untersucht u.a. Themen wie Migration, Widerstand und Extraktivismus. Fischer hat Workshops in unterschiedlichen Kontexten geleitet, vom Land der Tohono O’odham nahe der US-mexikanischen Grenze bis hin zu queer-feministischen Konferenzen in der Ukraine und Armenien.

Adrienne Teicher

Adrienne Teicher

Adrienne Teicher ist eine in Berlin lebende transfeminine Sounddesignerin, Komponistin und Performerin. Ihre Arbeit, die in queeren und feministischen Fragestellungen verwurzelt ist, untersucht Macht, Grenzen, Körper und Relationalität durch Klang. Als eine Hälfte des Künstlerduos HYENAZ setzt sie sich in ihrer kollaborativen Arbeit im Rahmen des Forschungsprojekts „Foreign Bodies“ mit Migration und Widerstand auseinander und nutzt dabei Feldaufnahmen, klangliche Interventionen und Performance, um ausbeuterische Dynamiken und die Politik des Zuhörens zu hinterfragen. Dies erstreckt sich auf kollaborative VR und professionelles Sounddesign für Film und Theater, u.a. das Sounddesign für den Spielfilm „The Visual Feminist Manifesto“ (IFFR)

Marlo Duchêne

Marlo Duchêne

Marlo Duchêne ist ein schweizerisch-französischer Künstler und Forscher mit Wohnsitz in Berlin. In seinen Arbeiten inszeniert er Körper, die durch rechnergestützte Systeme hindurchgleiten, und nutzt dafür Zeichnung, Video, Text, webbasierte Medien, Performance und Installation. „They make artworks that stage bodies slipping through computational systems.“ Ausgebildet in VFX/3D-Animation sowie mit zwei Masterabschlüssen in Solo/Dance/Authorship (HZT Berlin) und Critical Curatorial Cybermedia (HEAD Genf), arbeitet er mit Choreografinnen und Forscherinnen zusammen, von unabhängigen Kunsträumen bis hin zum Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften. Er vermittelt kreative Methodologien an Wissenschaftlerinnen sowie technische Workflows an Künstlerinnen. Info: https://mrlo.studio/

Beatrice Babin

Beatrice Babin

Beatrice Babin (she/her) ist Professorin am Lehrstuhl Montage. Als Filmeditorin und Dramaturgin arbeitet sie seit Jahren an Spiel- und Dokumentarfilmen. Sie kollaborierte mit Regisseur*innen wie Emily Atef, Volker Koepp, Markus Imhoof, Cordula Kablitz-Post, Elisa Mishto, Wim Wenders, Tuna Kaptan, Pierre-Alain Meier und Mara Eibl-Eibesfeldt. Ihre Filme sind überwiegend Kinoproduktionen, die auf Festivals weltweit liefen.
Seit 2018 tritt sie als BeBab regelmäßig als Live-Video-Performerin und VJ auf – besonders im Genre Live-Cinema. Ihre Videoinstallationen und VJ-Sets kreisen um die Durchlässigkeit von Erinnerung und Erfindung: Träume von einer Zukunft, die manchmal schon Vergangenheit sind. Für ihre Performances kombiniert sie analoge Module, Video-Synthesizer und digitales Video-Mapping zu Sets, die trippy, glitchy und atmosphärisch dicht sind. Sie ist Gründungsmitglied des Berliner VJ-Kollektivs Trial-and-Theresa sowie von Suuperpose.